R.I.P. - Rest in peace

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Graffiti-Contest in Halle | Aktuelles
von Tobias Fischer

(hjg). Ab sofort darf sich Halle rühmen: Auf 250 Metern Garagenwand wird dem überragenden Künstler Michael Jackson, kurz nach seinem Tod, gehuldigt. Das dürfte bislang einmalig sein in der Welt

R.I.P. - Rest in peace

(hjg). Ab sofort darf sich Halle rühmen: Auf 250 Metern Garagenwand wird dem überragenden Künstler Michael Jackson, kurz nach seinem Tod, gehuldigt. Das dürfte bislang einmalig sein in der Welt.

Katja Richter sah gegen 13 Uhr sorgenvoll in den Himmel: “Wird das Wetter sich halten?” Eine Frage, die ich ihr eigentlich auch nicht beantworten konnte, aber mutmachend, antwortete ich: “Das bleibt so….!” Ich hatte Recht.
Immerhin hatten sich für den “write4gold”- Contest 19 Graffiti-Crews angemeldet und waren auch erschienen. Ca. 100 Sprayer aus ganz Deutschland hatten sich nach Halle aufgemacht, um ihre Kunst zu zeigen und gegeneinander zu wetteifern. Kurz zuvor wurde das Thema des Contest ausgegeben. “R.I.P - Rest in peace”. Eine harte Nuss, war doch die Graffiti-Gemeinde, wie jeder andere, vom plötzlichen Tod von Michael Jackson überrascht worden. Dennoch, die Skizzenblöcke füllten sich und man begann mit der Arbeit an der jungfräulichen Wand.

“Noch nie”, so Katja Richter, “sind wir auf derart massiven Widerstand gestoßen, wie in Halle. In Moskau, Paris, Liverpool, um nur einige Städte zu nennen, wo dieses Contest stattfindet, wurde unsere Kunst nicht angegriffen. Im Gegenteil, sie wurde begrüßt. Wir haben die Diskussionen im Halleforum verfolgt und sind überrascht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.”

Auch Volkhard Neutag, Vorstand der Garagengemeinschaft, die die Wand in der Kaolinstraße zur Verfügung stellte, hat die Diskussion verfolgt. “Diese lange zwei Meter fünfzig hohe graue Wand zur Kaolinstraße hin, bietet sich einfach an, sie Künstlern zur Verfügung zu stellen. Wir befinden uns mitten in einem Gewerbegebiet. Hier gehört Farbe hin, und wenn es dann noch künstlerisch gestaltet ist, umso besser!”

Aufgefallen ist mir, dass keine Frauen/Mädchen zur Sprayerszene gehören. Nachgefragt, antwortete mir eine junge Frau, die ich schon beim letzten halleschen Contest kennen lernte, schulterzuckend: “Es geht in der Szene etwas rau zu. Eine Männerdomäne. Was solls! (augenzwinker)”.

Je 50 Spraydosen hatten die Crews zur Verfügung, gesponsert von der Firma MOLOTOW.
Der Gewinner der Veranstaltung ist mir noch nicht bekannt(wird nachgereicht), wird aber am Splash-Festival vom 10.- 12. Juli 2009 auf der Halbinsel Pouch teilnehmen dürfen.

Kurz Kommentiert:
Die Polizei war vor Ort, patrouillierte mehrmals, hatte nichts zu tun und fuhr wieder.
Die Jung-Unioner waren nicht zu sehen - mussten vermutlich im Schrebergarten Gartenzwerge pflanzen.
Zu sehen waren auffällig viele Zaungäste mittleren und höheren Alters, die sich durchweg anerkennend äußerten. Oder habe ich da was überhört?
Achso ja, liebe Katja, bitte diese Stadt nicht aufgeben. Das Marktpflaster der Stadt Halle schreit förmlich danach, gestaltet zu werden. Mal was völlig anderes. Eine Aufgabe für 2010!




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