Neue Hoffnung für Ammendorfer Waggonbauer

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von Tobias Fischer

Die rund 750 Beschäftigten des Waggonbauwerks Halle-Ammendorf können wieder hoffen. Der Aufsichtsrat von Bombardier Transportation Deutschland fasste am Dienstag, 30. März 2004, in Berlin auf seiner außerordentlichen Sitzung überraschend keinen Beschluss, der die von der Unternehmensleitung geplante Schließung des Standortes bis Herbst 2005 vorsieht. Es solle bis zum Juni weiter verhandelt und nach einer Lösung gesucht werden, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Gewerkschafter Hasso Düvel nach der vierstündigen Sitzung.

Neue Hoffnung für Ammendorfer Waggonbauer

Rund 750 Ammendorfer Waggonbauer waren zur Aufsichtsratssitzung nach Berlin gereist. Sie protestierten während der Tagung lautstark vor dem Sitzungshotel. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: «Nicht Ammendorf ist Schuld an den Überkapazitäten, sondern Bombardier selbst hat sie gekauft.» Der kanadische Verkehrskonzern will weltweit 6600 Stellen in der Bahnsparte streichen. Der Abbau entspräche fast einem Fünftel aller Stellen des Unternehmens. In Europa sollen wegen Überkapazitäten sieben Produktionsstätten in fünf Ländern in den kommenden beiden Jahren geschlossen werden. Düvel sagte, «wir haben erstmals den Fuß richtig auf die Bremse gekriegt». Die beabsichtigte Schließung sei damit aber noch nicht vom Tisch, rief er den Waggonbauern zu. Mit den Protesten hätten Belegschaft, Betriebsrat und Gewerkschaft verhindert, dass «heute bereits beschlossen wird, das Werk dicht zu machen». Aufsichtsratsvorsitzender Peter Witt dämpfte jedoch die Erwartungen. Er befürchte, dass der Konzern von seiner Absicht, das Werk zu schließen, nicht abrücken werde. Die Zeit bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung solle genutzt werden, um nach adäquaten Lösungen zu suchen.

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