MDR: Intendantenpoker hat ein Ende

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Medien | Aktuelles
von Tobias Fischer

Sie soll den MDR in ruhigeres Fahrwasser bringen und die öffentlich-rechtliche Anstalt für die Zukunft aufstellen: Karola Wille wurde am Sonntag vom Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks zur neuen Intendantin gewählt. Sie erhielt 32 der 39 Stimmen. Wille ist seit 1991 beim MDR, seit 1996 als Juristische Direktorin und seit 2003 als Vertreterin des Intendanten tätig

MDR: Intendantenpoker hat ein Ende

Sie soll den MDR in ruhigeres Fahrwasser bringen und die öffentlich-rechtliche Anstalt für die Zukunft aufstellen: Karola Wille wurde am Sonntag vom Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks zur neuen Intendantin gewählt. Sie erhielt 32 der 39 Stimmen. Wille ist seit 1991 beim MDR, seit 1996 als Juristische Direktorin und seit 2003 als Vertreterin des Intendanten tätig. Sie wurde 1959 in Chemnitz geboren.

„Zuallererst werde ich den begonnenen Aufklärungsprozess entschieden vorantreiben und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen“, erklärte Wille in einer ersten Stellungnahme. „Dazu gehört auch eine gemeinsame Verantwortungskultur im Sender.“ Zudem wolle sie den MDR für das digitale Medienzeitalter programmlich, strukturell und finanziell zukunftsfähig machen. Um das zu erreichen, soll mit den Programmen auch stärker ein jüngeres Publikum ansprechen.

Gründungsintendant Udo Reiter zieht sich Ende Oktober zurück, deshalb ist die Neuwahl nötig. LVZ-Chefredakteur Bernd Hilder, Wunschkandidat der sächsischen Staatskanzlei, verfehlte bei der ersten Wahl im Verwaltungsrat die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich. Deshalb wurde nun ein neuer Kandidat gesucht.

Turnusgemäß hat der Rundfunkrat in seiner Sitzung auch den Vorsitzenden und die beiden Stellvertreter neu gewählt. Neuer Vorsitzender des Aufsichtsgremiums ist Horst Saage aus Sachsen-Anhalt (Bauernverband). Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Cobbelsdorf e.G. war bisher erster stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Horst Saage gehört dem Rundfunkrat seit 1997 an und steht dem Gremium nun zum dritten Mal vor.

Zur ersten stellvertretenden Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Gabriele Schade aus Thüringen (BUND) gewählt. Die an der Fachhochschule Erfurt tätige Informatikerin ist seit 1994 Mitglied des Rundfunkrates und leitet dessen Telemedienausschuss.

Neuer zweiter stellvertretender Vorsitzender des Rundfunkrates ist Johannes Jenichen aus Sachsen (Evangelische Kirche). Der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenbezirks Rochlitz gehört dem obersten Aufsichtsgremium des MDR seit 2003 an und war seit 1.12.2009 dessen Vorsitzender.

Die Amtszeit des MDR-Rundfunkrates beträgt sechs Jahre. Die jetzige begann am 1.12.2009. Da der MDR eine öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt für drei Länder ist, wechselt alle zwei Jahre der Vorsitz in der Reihenfolge Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Horst Saage und seine beiden Stellvertreter treten am 7. 12.2011 ihre Ämter an.

Amtsinhaber Prof. Dr. Udo Reiter beglückwünschte seine designierte Nachfolgerin und betonte: "Bei Ihnen, liebe Frau Professor Wille, weiß ich die Zukunft unseres Senders in den besten Händen. Ich gratuliere Ihnen herzlich und wünsche Ihnen in diesem schweren, aber auch schönen Amt viel Glück und Erfolg."

„Neue Akzente zu setzen, kann nur gelingen, wenn die Affären, die den MDR die letzten Monate belasteten, gewissenhaft, transparent und zügig aufgeklärt werden. Außerdem erwarten wir entsprechende Konsequenzen für die künftige Arbeit. Hier werden sich einige Strukturen verändern müssen“, erklärt Katrin Budde, SPD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt.

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