Geheimnis der Roland-Kapsel gelüftet

Dieses Element verwendet noch das alte Contao 2 SRC-Format. Haben Sie die Datenbank aktualisiert?

von Tobias Matussek

Beigeordneter Eberhard Doege, Stadtarchivar, Ralf Jacob sowie Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege und Restauratoren öffneten am 22. Juli 2004 im Stadtarchiv, Rathausstraße 1, eine Dokumentenkapsel. Die Kapsel wurde bei der Abnahme der Rolandssäule am 14

Geheimnis der Roland-Kapsel gelüftet

Beigeordneter Eberhard Doege, Stadtarchivar, Ralf Jacob sowie Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege und Restauratoren öffneten am 22. Juli 2004 im Stadtarchiv, Rathausstraße 1, eine Dokumentenkapsel. Die Kapsel wurde bei der Abnahme der Rolandssäule am 14. Juli 2004 im Bereich des Sockels aufgefunden. Alle Fundstücke sind in den kommenden Tagen für mehrere Wochen im Stadtarchiv zu besichtigen Die Figur des Roland aus Sandstein auf Halles Marktplatz am Roten Turm wurde 1719 durch den halleschen Bildhauer J. G. Bürger gefertigt und ist die Nachbildung einer spätromanischen Holzfigur etwa aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die erste urkundliche Erwähnung stammt nach Informationen von Gebietskonservatorin Sabine Meinel aus dem Jahre 1426. Der Roland steht in einer eindeutigen Beziehung zur Gerichtsbarkeit der Stadt – zum Burggrafen- und Schöffengericht. Die Kupferkapsel in den Maßen von 38x5 Zentimetern enthielt folgende Dokumente: - eine durch Wasser beschädigte Urkunde vom 22. November 1946, unterzeichnet durch Vertreter der Bauhütte Roter Turm und des Rates, mit einer Darstellung des Schicksals der Umbauung des Roten Turmes im II. Weltkrieg und der Entscheidung zu deren Abbruch im Jahre 1946, handschriftlich, Tinte - handschriftliche Bleistiftnotiz vom 29. November 1946, dass die Kapsel aus dem Kupfer des nach dem Artillerietreffer am 15./16. April zerstörten Turmhelms durch den Klempner Paul Haack angefertigt wurde, unterzeichnet von Gisela Braum, Geschäftsführerin der Bauhütte Roter Turm und Herbert Mügge, städtischer Architekt (Wasserschaden, zerissen) - Zettel mit Informationen zur schweren Kriegszeit und folgenden Notzeiten für Deutschland und dem Wunsch nach Frieden, handschriftlich, Tinte, 24. November 1946, unterschrieben von Mitarbeitern der Klempnerfirma Paul Haack (Wasserschaden, partielle Textverluste) - Blatt mit Angaben zur Aufstellung des Rolands an der neogotischen Umbauung des Roten Tumes am 1. September 1854, handschriftlich, Tinte, datiert vom 1. September 1854, (Wasserschaden, partielle Textverluste, zerissen) - Fragmente von (vermutlich) 2 Geldscheinen (Wasserschaden, zerissen) - 2 Geldstücke: 5 Reichspfennig, 1 Reichspfennig (korrodiert) Weiterhin, so das Protokoll des Stadtarchivs, wurde bei den Arbeiten am Roten Turm eine verschlossene Schnapsflasche, 0,5 l, der Marke „Nordhäuser Doppelkorn“ mit einem durch Wasser beschädigten Zettel aufgefunden. Die Flaschenpost enthält Informationen zum Umbau des Rolands, der vom 20. bis 29. Januar 1976 abgebaut und vom 29. April bis 13. Mai 1976 durch den Betrieb VEB Denkmalpflege Magdeburg wieder errichtet wurde. Per Kugelschreiber haben namentlich sieben Mitglieder der Baubrigade Hülle signiert. Quelle: halle.de

Beitrag Teilen

Zurück