Bibliotheken sehen sich mit weiteren Schließungen konfrontiert

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von Tobias Matussek

Obwohl die Zahl der Nutzer konstant bleibt oder gar steigt, steht immer weniger Geld zur Verfügung. Und nachdem Sachsen-Anhalt bereits einen heftigen Aderlass habe verkraften müssen, rechnet die zuständige Referatsleiterin im Landesverwaltungsamt Halle, Regina Meinicke, mit weiteren Schließungen. Vor allem durch die Reduzierung der Fahrbibliotheken von zwölf auf sieben gebe es auf dem Land immer weniger Literatur-Angebote

Bibliotheken sehen sich mit weiteren Schließungen konfrontiert

Obwohl die Zahl der Nutzer konstant bleibt oder gar steigt, steht immer weniger Geld zur Verfügung. Und nachdem Sachsen-Anhalt bereits einen heftigen Aderlass habe verkraften müssen, rechnet die zuständige Referatsleiterin im Landesverwaltungsamt Halle, Regina Meinicke, mit weiteren Schließungen. Vor allem durch die Reduzierung der Fahrbibliotheken von zwölf auf sieben gebe es auf dem Land immer weniger Literatur-Angebote. Den Grund für den langsamen Niedergang sieht Meinicke vor allem in der kommunalen Finanzmisere und im Sparzwang des Landes. Für die Erneuerung des noch immer fleißig genutzten Bestands stünden heute nur noch 51 Cent pro Einwohner zur Verfügung. Dabei koste gerade der Aufbau des vor allem von jüngeren Leuten stärker nachgefragten Bestandes an audio-visuellen Medien wie Filmen auf DVD und Video sehr viel Geld, erklärte die Referatsleiterin. Inzwischen erhebe mittlerweile die Hälfte der verbliebenen Bibliotheken Gebühren. Daneben gebe es die Tendenz in den größeren Städten wie Magdeburg, Halle und Dessau, die Zweigstellen der Stadtbibliotheken zu schließen. Zugleich sinke der Gesamtbestand an ausleihbaren Medien, Büchern, Ton- und Bildträgern. Nach dem mit 5,7 Millionen Stück höchsten Stand 1997 waren es 2003 nur noch 4,9 Millionen. Die Quote bei der Erneuerung lag laut Meinicke 2004 bei nur noch 3,8 Prozent, der Deutsche Bibliotheksverband empfehle zehn bis zwölf als Richtwert. Der sächsische Landesvorsitzende im Deutschen Bibliotheksverband, Lutz Mahnke, erklärt, finanzielle Engpässe wirkten sich vor allem auf kleine Einrichtungen aus. «Wenn kein Geld mehr für neue Anschaffungen da ist, bleiben auch die Nutzer weg. Da geraten die Einrichtungen schnell in einen Teufelskreis», warnt er. Auch eine Ausdünnung der Präsenz in der Fläche sei gefährlich, denn dann würde vor allem für ältere, weniger mobile Nutzer die Bibliotheksnutzung In Thüringen sei in den vergangenen Jahren der Trend erkennbar geworden, dass immer mehr ehemals hauptamtliche Bibliotheken in ehrenamtliche umgewandelt würden, um Kosten zu sparen. Drei bis fünf Häuser würden pro Jahr ihren Status ändern, sagt die Leiterin der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken, Christine Geist. Problem sei, dass die Bibliotheken zu den freiwilligen Leistungen der Kommunen gehörten und daher dort relativ einfach gespart werden könne. Quelle: Stadt Halle

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