Backe, Backe, Kathi

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Jubiläum | Aktuelles
von Tobias Fischer

Backe, Backe, Kuchen … lautet ein altes Kinderlied. “Backe, Backe, Kathi” wird es uns hingegen bald im Radio entgegenschallen, werden wir auf Plakaten und in Zeitungsanzeigen lesen können. Zum 60

Backe, Backe, Kathi

Backe, Backe, Kuchen … lautet ein altes Kinderlied. “Backe, Backe, Kathi” wird es uns hingegen bald im Radio entgegenschallen, werden wir auf Plakaten und in Zeitungsanzeigen lesen können. Zum 60. Firmenjubiläum gönnt sich der hallesche Backmischungshersteller einen neuen Markenauftritt. Junge Käuferschichten will man mit der neuen Werbekampagne ansprechen, informierte Geschäftsführer Marco Thiele am Donnerstag. Seniorchef Rainer Thiele ergänzte, gerade in Westdeutschland habe man noch ein Bekanntheitsproblem. Mittlerweile sei man aber schon bundesweit bei Kaufland und Globus gelistet, auch Edeka in Hessen verkauft die Kathi-Backmischungen. In Ostdeutschland ist Kathi Marktführer bei Backmischungen, im Westen liegt man auf Rang drei. Dr. Oetker liegt vorn, dabei hat Kathi in Halle schon zwei Jahre vor Dr. Oetker Backmischungen produziert. Doch damals gab es noch zwei deutsche Staaten, Oetker trat im Westen den Siegeszug an.

Begonnen hatte alles im Jahr 1947. Doch nicht mit Kuchenmischungen, sondern mit einer Leberwurst-Paste. “Heute würde man sagen gestreckte Leberwurst”, so Seniorchef Rainer Thiele. Seine Mutter hatte in der Not der Nachkriegsjahre diese Idee. Und während Vater Thiele noch in russischer Kriegsgefangenschaft war, zog Mutter Käthe durch den Saalkreis mit ihrer Paste und tauschte diese gegen andere Naturalien ein. Etwa professioneller, Vater Kurt war wieder da, wurde es 1949. In einer Garage in der Meckelstraße im Medizinerviertel fing alles an. Am 31. März 1951 dann wurde der Markenname “Kathi” beim Patentamt eingetragen, Kurts Hommage an seine “Erfinder“-Frau Käthe. Zur damaligen Zeit recht ungewöhnlich, gerade für die DDR.

Die Firma wuchs schnell, 1953 zog man nach Diemitz um. Als Mittelständisches Unternehmen konnte man auch in der DDR arbeiten. 1957 habe dann die schleichende Sozialisierung begonnen, so Rainer Thiele, “wer weiter expandieren wollte, musste eine staatliche Beteiligung zulassen.” 1968 musste sich Kathi entschädigungsfrei von Produktlinien trennen. Bis dahin hatte man unter anderem auch Fertigsuppen hergestellt. Die Rezepte mussten kostenlos Suppina überlassen werden, beklagte Thiele. Nach der Wende wurde jenes Unternehmen von Knorr aufgekauft. “Dort sind heute auch unsere Rezepte.” 1972 dann die Enteignung. Immerhin zunächst noch mit Thiele als Betriebsdirektor. Doch damit war 1975 auch Schluss, weil Thiele nicht in der Partei war. Erst 1991 ging das Unternehmen in die Hand der Familie zurück. Heute arbeiten bei Kathi 90 Menschen.

Kathi will weiter wachsen, doch nicht um jeden Preis, wie Seniorchef Rainer Thiele betont. “Wir haben uns den Erfolg selbst gebacken.” Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen setze man nicht auf Fremdkapital. Mittlerweile überlegt man bei Kathi auch, das Angebot noch etwas zu vergrößern - also nicht nur Backmischungen sondern weitere Produkte rund um die süßen Leckereien.

Das 60-jährige Firmenjubiläum wurde am Donnerstagabend mit einem Festakt in der Moritzburg gefeiert. Ein Grußwort hielt dabei auch Sachsen-Anhalts scheidender Ministerpräsident Wolfgang Böhmer. Er überbrachte den “Dank der Landesregierung für das, was in den letzten 20 Jahren aufgebaut wurde.”









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