Das Finale – Mittelalter bis Neuzeit - Fertigstellung der Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte

Fotos: Manfred Boide
Landesmuseum für Vorgeschichte | Aktuelles
von Manfred Boide

Im Rahmen einer Presskonferenz wurde heute die Fertigstellung von vier neuen Räumen im Neubau der preisgekrönten Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle verkündet. Anwesend war der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff und der Landesarchäologe Prof. Dr. Harald Meller, die zur Finanzierung des Vorhabens und zum Inhalt sowie Aufbau der Ausstellung Rede und Antwort standen. Im Rahmen des durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union geförderten Projektes „Sachsen-Anhalt Kulturerbe – Synergien für Sachsen-Anhalt“ konnten unter anderem die letzten vier Räume der Dauerausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte gebaut und weitgehend barrierefrei erschlossen werden.

Nach Aussagen von Ministerpräsident Reiner Haseloff wird die gerade abgeschlossene Modernisierung Landesmuseum für Vorgeschichte dazu dienen, das immense kulturtouristische Potenzial unseres Landes besser zu mobilisieren. Er bezeichnete die Baumaßnahmen als vorläufigen Endpunkt einer bewegten Baugeschichte des Museums, das von 1911 bis 1913 erbaut und durch den Einfluss des 1. Weltkrieges erst 1918 fertiggestellt werden konnte.

Auf einer Ausstellungsfläche von 400 Quadratmetern werden ab dem 5. November 2021 etwa 1.200 bedeutende Funde aus den Zeiträumen zwischen dem 5. und dem 17. Jahrhundert, von der Völkerwanderungszeit über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gezeigt.

Unter der Überschrift „Königsdämmerung“ führt der Erste Raum Entstehung, Aufstieg, Bedeutung und Untergang des Königreiches der Thüringer vor Augen, des ersten Königreichs in Mitteldeutschland. Es bestand von ungefähr 455 bis 531 nach Christus.

Mit der Zeit der geopolitischen Umwälzungen von der Mitte des 6. bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts befasst sich der Raum „Kulturenstreit“. Das Hauptexponat dieses Abschnittes ist der Reiterstein von Hornhausen aus der Mitte des 7. Jahrhunderts nach Christus, der sich auch im Logo des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie wiederfindet.

Das zeitlich anschließende Kapitel steht unter dem Thema „Gottesherrschaft“ und behandelt den Zeitabschnitt von der Mitte des 10. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, der wesentlich durch die Macht der Kirche bestimmt wurde. Auch weltliche Macht galt als gottgegeben, Bibel und Dogmen als einzige und allgemeingültige Erklärung der Welt. Am Ende dieser Epoche stand der Glaubensstreit, der durch die Kritik des Mönchs und Professors Martin Luther an der Kirche ausgelöst wurde.

Im letzten der neuen Räume, beschließt der Abschnitt „Verstandessieg“ mit einem Ausblick auf folgende Zeiten, das Überwinden religiöser Denkverbote, die Öffnung des geistigen Horizontes und den Beginn der Entwicklung heutiger Naturwissenschaften im 16. und 17. Jahrhundert thematisiert.

In allen Räumen ist eine große Anzahl äußerst wertvoller und interessanter Funde zu sehen, die in einer eindrucksvollen und bemerkenswerten Präsentation gezeigt werden.

Mit dem Bau dieser Räume stellt das Landesmuseum nun den Rundgang zur archäologischen Kulturgeschichte fertig.

Weitere Informationen:

www.lda-lsa.de

www.landesmuseum-vorgeschichte.de

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