Digitale Unterstützungssysteme auch nach Corona sichern

GEW | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Gegenwärtig arbeiten viele Schulen in Sachsen-Anhalt mit Plattformen und Servern, die vom Land dafür zur Verfügung gestellt wurden. Nach Informationen der GEW Sachsen-Anhalt läuft die Finanzierung dafür jedoch demnächst aus, bereits jetzt fehlt es an einigen Stellen an Personal. Das Bildungsministerium muss dauerhaft finanzielle und personelle Ressourcen bereitstellen, um Qualität und Ausbau der digitalen Infrastruktur in eigener Verantwortung zu garantieren.

Im Zuge der beinahe vollkommenen Umstellung auf Heimunterricht aufgrund der Corona-Pandemie nutzten viele Schulen das vom Bildungsministerium und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) bereitgestellte System „moodle“. Wegen der sprunghaft angestiegenen Nachfrage mussten mehr externe Server-Kapazitäten bereitgestellt werden. Dabei wurde auch bekannt, dass die bisherigen Strukturen nicht direkt vom Land finanziert werden. Stattdessen werden seit Jahren dafür Mittel des Europäischen Strukturfonds (ESF) eingesetzt, die aber spätestens im nächsten Jahr auslaufen. Dazu erklärte heute Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt: „Dass Digitalisierung auch in der Bildung ein immer wichtigerer Baustein wird, ist in der gegenwärtigen Situation erneut mit Vehemenz klar geworden. Die Mittel aus dem Digitalpakt müssen unbedingt genutzt werden, um für alle Schulen verlässliche Strukturen und dauerhafte Angebote zu schaffen. Es ist aber jetzt schon klar, dass diese Mittel nicht reichen werden. Hier muss das Land ergänzend einspringen.“

Wichtig sei auch, auf bestehenden Strukturen an den Schulen aufzubauen und sich nicht ohne Not an große Konzerne zu binden. Die Verwendung von Open-Source-Software böte allen Schüler*innen Möglichkeiten eines freien Zugangs zu den notwendigen Programmen. Diese könnten unabhängig von der Ausstattung der Endgeräte kostenfrei genutzt werden. Das gäbe dem Land die Möglichkeit, Schüler*innen auch Leihgeräte ohne üppige Hard- und Software-Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Außerdem würden Open-Source-Programme von weltweit agierenden Communities gewartet.

Zudem verdichteten sich Anzeichen, dass aufgrund des akuten Lehrkräftemangels nicht genügend Personal zur Verfügung steht, um die digitalen Unterstützungssysteme zentral weiterzuentwickeln und Fortbildungen zu gewährleisten. „Wie überall reißt die verfehlte Personalpolitik an immer mehr Stellen immer größere Löcher. Wir brauchen Sicherheit, Konstanz und ausreichend Personal und nicht zeitlich begrenzte ESF-Mittel oder eine Vergabe an externe Anbieter“, so Gerth weiter.

„In den gerade begonnenen Ferien hat der Minister zusätzliche Lernarbeit an den Schulen angeregt. Wir bauen darauf, dass auch er die nächste Zeit nutzt, um den Schulen die digitalen Unterstützungssysteme dauerhaft zu sichern“, ergänzte Gerth. Zur Bedeutung und Nutzung der digitalen Angebote während der Corona-Zeit hat die GEW jüngst eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse Anfang Juni vorgestellt werden.

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