Informationen der Stadt Halle (Saale) zum Corona-Virus

Stadt Halle | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Mittwoch um 13 Uhr in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert.

Das Video mit den Statements finden Sie auf halle.de unter Aktuelle Clips. Den Livestream der Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter können Sie auf unserem  YouTube-Kanasehen.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt:

Infizierte Einwohner der Stadt Halle: 238 (+15).
Geheilte Einwohner: 63 (+4)
Belegung in den Krankenhäusern in der Stadt: 43 (-1), davon 10 Hallenser (+/-0).

In der oft zitierten Verdopplungs-Statistik, sprich dem Zeitraum, in dem sich die Zahl der Infizierten verdoppelt, nähern wir uns damit weiter der Marke von zwölf Tagen an.

In der Stadt werden weiterhin umfangreich Tests durchgeführt, um Analysen auf einer möglichst breiten Datenbasis zu erstellen: In den Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt wurden gestern 173 Abstriche (-58) durchgeführt. Heute Morgen hat in der Südstadt in der Praxis von Dr. Nils Hagenberg im Florentiner Bogen 15 die nächste Schwerpunkt-Ambulanz ihren Dienst aufgenommen. Seit 10 Uhr können sich hier Hallenserinnen und Hallenser testen lassen. Der Zulauf ist groß. Damit sind nun fünf solche Schwerpunkt-Ambulanzen in der Stadt in Betrieb.

Eine gute Nachricht gibt es aus dem Bergmannstrost: Einer der italienischen Patienten muss nicht mehr beatmet werden. Auch der Gesundheitszustand der anderen drei Patienten hat sich stabilisiert.

Und eine weitere gute Nachricht gibt es von den Tests in der JVA – über den die Stadt bereits am Montag informiert hat. Dort war eine Mitarbeiterin an der Pforte positiv getestet worden. Inzwischen liegen alle Ergebnisse vor – es gab keinen weiteren positiven Fall. In 12 Tagen ist hier eine Nachtestung angesetzt.

Ein Ärzte-Team in der Stadt Halle (Saale) hat sich bereit erklärt, eine Studie zur Entwicklung des Corona-Virus in unserer Stadt durchzuführen. Dazu wollen die Mediziner unter anderem mit den Personen in Kontakt treten, die aktuell von COVID-19 geheilt sind. Sie sind gebeten worden, ihre Zustimmung zur Teilnahme an der Studie zu geben.

Zu dem Ärzte-Team gehören

- die Diplom-Medizinerin Gabriele Reichmann-Fürst als niedergelassene Ärztin;

- Prof. Dr. Katrin Hoffmann, Direktorin des Institutes für Humangenetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;

- Prof. Dr. René Schwesig, Forschungslaborleiter im Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Fakultät, MLU Halle-Wittenberg;

- sowie Dr. Hanni Bartels, Oberärztin im Diakoniekrankenhaus Halle.

Die Universitätsklinik begleitet die wissenschaftliche Studie, insbesondere im Hinblick auf die Validierung der Test-Parameter. An dieser externen Studie - unter der Leitung von Dr. Hanni Bartels - sollen 2.500 Einwohner teilnehmen. Personen, die grundsätzlich ihre Bereitschaft erklären wollen, an Studien zum Corona-Virus teilzunehmen, können das formlos tun per E-Mail an: corona@halle.de.

Die Stadt wird zudem bei allen genesenen Patienten die Bereitschaft abfragen, an einer Nachuntersuchung mit Blutentnahme und Befragung zum Befinden teilzunehmen. Die ersten Schreiben wurden gestern bereits versandt.
Ich möchte noch einmal betonen, dass Sie mit der Teilnahme an dieser Studie die medizinische Wissenschaft dabei unterstützen, Informationen zum Krankheitsverlauf dieser bisher wenig erforschten Infektion zu gewinnen. Ziel ist die Erhebung des Antikörper-Status anhand einer repräsentativen Studie. Die Tests sollen bereits am kommenden Dienstag, 14. April 2020, beginnen.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt:

Die Ordnungskräfte von Stadt und Polizei haben gestern 714 Kontrollen durchgeführt und dabei 27 Anzeigen gestellt. Diese Anzeigen verteilten sich wie folgt: 14 wegen Personen-Ansammlungen, 8 gegen Sport- und Freizeiteinrichtungen, drei wegen unerlaubter Nutzung von Spielplätzen und zwei gegen Geschäfte. Das waren die besagten Geschäfte, die gestern in der PK zur Sprache gekommen waren.

Die Staatsanwaltschaft Halle hat inzwischen ein Sonder-Dezernat geschaffen, um die Vielzahl von Strafanzeigen, die durch Corona-Verstöße entstanden sind, zu bearbeiten.

Zur Schutzausrüstung:

In den Medien war heute bereits von umfangreichen Lieferungen von Schutzmaterialien aus China zu lesen, die nun in ganz Deutschland verteilt werden sollen. Auch für die Stadt Halle ist eine Lieferung aus dieser Marge vorgesehen. Zeitpunkt und Umfang der Lieferung des Landes stehen noch nicht genau fest.

Ungeachtet dessen verfolgt die Stadt weiter die bisher etablierte Politik der Eigenbeschaffung. Hier haben wir gestern 900 Schutzbrillen, 20 Beatmungsbeutel und 40 Filter für Beatmungsgeräte erhalten.

Die Ausrüstung sensibler Bereiche wie Feuerwehr oder Rettungsdienst ist damit aktuell für neun Tage gesichert. Die Stadt unterstützt zudem Einrichtungen wie Pflegeheime oder medizinische Praxen bei der Ausstattung mit Schutzmaterialien, inzwischen gab es insgesamt 44 Auslieferungen an die Einrichtungen.

Gut angenommen wurde gestern auch das Angebot der Stadt, über die fünf Quartiermanager der Stadt privat hergestellte Masken in Empfang zu nehmen und diese kostenlos an Bürgerinnen und Bürger zu verteilen. Im Norden haben wir 165 Ausgaben registriert. Daher noch einmal der Aufruf an alle, die Masken selbst herstellen: Sie können diese wochentags von 16 bis 17 Uhr bei den Quartiermanagern abgeben. Die Adressen finden Sie auf unserer Internetseite.

Zu den Hinweisen an die HAVAG:

Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH, hat die Hinweise der vergangenen Tage zur Auslastung der Straßenbahnen mit der HAVAG prüfen lassen mit folgendem Ergebnis: Ab morgen kommen auf den Linien 1 und 2 in den Stoßzeiten größere Fahrzeuge zum Einsatz. Ab kommendem Dienstag, 14. April, wird eine Verstärkerlinie 8 E eingesetzt. Diese verkehrt zwischen 9 Uhr und 16 Uhr auf dem Streckenverlauf der Linie 8. Damit sollen die frequentierten Linien verstärkt werden.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

vor uns liegt das lange Osterwochenende. Ein Wochenende, das viele traditionell draußen mit ihren Familien oder auch in Oster-Gottesdiensten feiern. Die aktuelle Lage fordert, dass wir in diesem Jahr liebgewordene Traditionen hinterfragen müssen. Ich möchte an alle appellieren, die Kontaktminimierung auch in den kommenden Tagen umzusetzen.

Es ist im Sinne aller! Unser Verhalten an den Ostertagen wird einen großen Einfluss darauf haben, wie schnell wir in die Normalität zurückkehren können. 

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir uns entschlossen, die Möglichkeit von virtuellen Stadtspaziergängen zu schaffen. Wir produzieren derzeit 20- bis 30-minütige Videos, die Hallenserinnen und Hallenser an verschiedene Orte entführen sollen. Wir wollen so die Möglichkeit geben, trotz Ausgangsbeschränkungen spannende Orte in der Stadt zu erkunden, zum Beispiel den Zoo oder die Bühnen Halle. Ziel ist es, vielleicht auch bisher Unbekanntes über den Ort zu erzählen. Die Videos können am Ostersonntag ab 10.00 Uhr von der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Vielleicht können diese virtuellen Spaziergänge ja ein kleiner Anreiz sein, sich mit der ungewohnten Situation über Ostern ein bisschen besser zu arrangieren.

Denn meine Bitte an Sie bleibt die, die ich jeden Tag an dieser Stelle formuliere: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie die Wohnung nur aus triftigem Grund.

Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

(Quelle: Stadt Halle)

Beitrag Teilen

Zurück