15 neue Infektionen, 263 Kontrollen, 27 Strafanzeigen, 5 Quarantäneverstöße - Informationen der Stadt Halle zum Corona-Virus

Stadt Halle | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordnete für Bildung und Soziales, Katharina Brederlow, und Amtsärztin Dr. Christine Gröger haben am Freitag in einer Video-Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Virus-Situation in der Stadt Halle (Saale) informiert. 

Den Livestream zur Pressekonferenz inklusive der Fragen der per Video zugeschalteten Medienvertreter finden Sie auf unserem YouTube-Kanal sowie auf halle.de unter Aktuelle Clips.

Hier das Statement des Oberbürgermeisters im Wortlaut:

Zur medizinischen Situation in der Stadt zum Umgang mit dem Corona-VirusAktuell werden in den Krankenhäusern der Stadt 35 Patienten behandelt, das ist ein Plus von drei Patienten im Vergleich zu gestern. Davon werden zehn Patienten intensivmedizinisch  betreut, eingeschlossen sind die vier Schwererkrankten aus Italien.

Insgesamt gibt es in der Stadt Halle aktuell 210 Infektionsfälle. Die Zahl hat sich damit in den letzten 24 Stunden um 15 Fälle erhöht.

Immer wieder sind auch die fünf Klinken der Stadt von Infektionsfällen betroffen. Nach einem positiven Test eines Arztes in der Geriatrie der Diakonie sind inzwischen alle Tests von Patienten und Mitarbeitern der Station ausgewertet – alle waren negativ. Am 1. April wurde auch ein Mitarbeiter des Klinikums Bergmannstrost positiv getestet. Der Betreffende hatte nur in einer Schicht Dienst, alle Kollegen dieser Schicht wurden sofort unter Quarantäne gestellt.

Die Fälle aus dem Bergmannstrost und der Diakonie zeigen: Die Krankenhäuser sind sensible Stellen, wenn es um die Ausbreitung des Corona-Virus geht. Umso mehr möchte ich an dieser Stelle das umsichtige und vorausschauende Management der fünf Klinken loben. Alle Krankenhäuser haben schon vor Wochen umfassende Krisenplanungen eingeleitet. Sie stehen täglich in engem Austausch untereinander und mit dem Katastrophenschutzstab der Stadt. Dieses Vorgehen ist absolut vorbildlich und beispielhaft dafür, wie alle in herausfordernden Zeiten zusammenstehen.

Ich möchte auch noch einmal den Hinweis anschließen, dass grundsätzlich alle Mitarbeiter in Einrichtungen im Gesundheits- und Sicherheitswesen vor Beginn ihrer Arbeit einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen und dem Arbeitgeber vorzulegen haben. Dieser Fragebogen ist auf der Internetseite der Stadt unter www.halle.de abrufbar.

Aus den Pflegeheimen in der Stadt gibt es im Vergleich zu gestern eine Veränderung: Bei einer positiv getesteten Bewohnerin des Johannes-Jänicke-Hauses hat sich der Zustand verschlechtert, sie wird nunmehr im Krankenhaus behandelt.

In der Stadt wurden gestern durch die bekannten Einrichtungen 131 Abstriche durchgeführt. Auch diese Zahl zeigt: In der Stadt Halle wird umfangreich getestet, um möglichst viele Daten über die Ausbreitung des Virus erfassen zu können. Für den Katastrophenschutzstab der Stadt sind die statistischen Zahlen wertvoll.

Zur Grafik (siehe Link unter diesem Text): Die Kurve des Landes wird hier mit der Kurve der Stadt verglichen. Die Kurve der Stadt zeigt, dass wir einen linearen Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen haben. Die Kurve schießt also nicht exponentiell in die Höhe. Die Verdopplungszeit der Fälle liegt heute bei fast acht Tagen. Dass die Kurve seit dem 14. Tag etwas unter der für ganz Sachsen-Anhalt liegt, könnte ein Indiz dafür sein, dass unser Maßnahmenpaket erfolgreich die Ausbreitung von Corona verlangsamt hat.

Das ist eine gute Nachricht. Aber: Es ist keine Nachricht, die Anlass zur Entwarnung gibt. Der Zeitraum, in dem sich die Infektionszahlen verdoppeln, liegt unverändert bei sieben Tagen. Ich hatte es an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt: Epidemiologen weisen darauf hin, dass ein Zeitraum von unter zehn Tagen kritisch zu beurteilen ist. Es gibt also keinen Grund für Entwarnung oder die Ausgangsbeschränkungen zu lockern.

Würden wir die Entscheidungen lockern, würden wir dies mit Blick auf einen möglichen Rückfall möglicherweise bitter bereuen. Noch immer wissen wir zu wenig über das Virus.

Zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt

Die Ordnungskräfte der Stadt haben gestern 263 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurden 27 Strafanzeigen gestellt, 14 davon als Konsequenz von Personen-Ansammlungen, hinzu kamen fünf Quarantäneverstöße, ein Verstoß eines Geschäftes, drei Verstöße von Sport- und Freizeiteinrichtung sowie vier bei Spielhallen.

Für die Fahrgäste und Abonnement-Kunden des ÖPNV hält die HAVAG auf der Startseite ihrer Homepage unter der Rubrik „Corona – Fragen und Antworten“ die wichtigsten Auskünfte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bereit. Insbesondere zu den Themen „Aktuelles ÖPNV-Angebot“, „Schutzmaßnahmen für Fahrgäste und Personal“, „Kundenservice“ und „Tickets und Abonnements“ werden dort sehr ausführliche Informationen und Kontaktmöglichkeiten benannt.

Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,die gerade erwähnte Zahl der Strafanzeigen ist leider weiter auf einem sehr hohen Niveau. Das zeigt, dass es immer noch Bürgerinnen und Bürger gibt, die den Ernst der Situation unterschätzen. Ich kann nur immer wiederholen: Es gilt die 3. Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt und die Allgemeinverfügung der Stadt Halle vom 27.3.2020. Bei Verstößen gegen diese Anordnungen werden Bußgeld- oder Strafverfahren eingeleitet.

Ich habe die Verordnung des Landes gestern an dieser Stelle zitiert. Ich tue es heute mit Blick auf das frühlingshafte Wochenende, das vor uns liegt, noch einmal: „Jeder wird angehalten, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt.“

Die Maßnahmen sind einschneidend, aber sie sind notwendig. Ich bitte Sie alle, die Vorgaben zu beherzigen und auch am kommenden frühlingshaften Wochenende die Kontaktminimierung umzusetzen. Weiterhin empfehle ich Ihnen – gegebenenfalls selbstgenähte – Gesichtsmasken zu tragen – immer dann, wenn Sie auf nicht vermeidbare größere Personen-Ansammlungen treffen, wie beim Einkaufen. Eine Tragepflicht gibt es nicht.

Ob wir erreichen, die Ausgangsbeschränkungen lockern können, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Die Entwicklung der nächsten Tage ist abzuwarten. Bis dahin brauchen wir Geduld und die Kraft. Hier müssen alle mitwirken. Das Ordnungsamt und die Polizei werden zahlreich unterwegs sein, um bei Unbelehrbaren die 3. Eindämmungsverordnung durchzusetzen.

Ich bitte Sie: Bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen. Verlassen Sie Ihre Wohnung nur aus triftigem Grund. Sport und Bewegung zu zweit im Freien gehört dazu; picknicken, grillen und feiern nicht.
Bleiben Sie gesund – und allen Erkrankten: Gute Besserung!

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