300 Jahre Dänisch-Hallesche Mission

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von Tobias Matussek

Am Donnerstag, 9. September 2004, wurde in den

300 Jahre Dänisch-Hallesche Mission

Am Donnerstag, 9. September 2004, wurde in den Franckeschen Stiftungen das Vorhaben der Stiftungen zum Stadtjubiläum vorgestellt. Der Titel des Projekts lautet: "Halle als Tor zur Welt - 300 Jahre Dänisch-Hallesche Mission". 2006 begeht das erste Missionsunternehmen in der protestantischen Kirchengeschichte, bekannt als Dänisch-Hallesche Mission im südindischen Tranquebar, sein 300-jähriges Jubiläum. Dieses Jubiläum gilt als Schwerpunkt des Stadtjubiläums 2006, da es auf die internationalen Dimensionen der Historie der Saalestadt verweist. Gleichzeitig stellt es einen Meilenstein in der Entwicklung des kulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa dar. Das Jubiläumsprogramm (Koordinatorin Ulrike Reichmann) entsteht in Zusammenarbeit mit Partnern aus Dänemark, Indien und Europa. In Anwesenheit von Dr. Klaus Rauen, des Vorsitzenden des Kuratoriums 1200 Jahre Halle, und des Direktors der Franckeschen Stiftungen, Dr. Thomas Müller-Bahlke, stellte der Grafiker Joachim Dimanski das Logo des Missionsjubiläums sowie das jetzt erschienene Faltblatt vor. Das erste Missionsunternehmen, an der zwei Schüler von August Hermann Francke (1663-1727), dem Begründer der Stiftungen, maßgebend beteiligt waren, habe damals den Auftakt eines "friedlichen interkulturellen Dialogs zwischen Indien und Europa gebildet", wie der Stiftungsdirektor betonte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beabsichtigte der dänische König Friedrich IV. in der kleinen Handelskolonie an der Südostküste Indiens eine protestantische Mission aufzubauen. Er entsandte Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1718) und Heinrich Plütschau (1677-1752). Nach einer mehr als halbjährigen Schiffsreise erreichten beide Theologen am 9. Juli 1706 die Küste Indiens und begannen dort mit ihrer Arbeit. Sie erlernten die Landessprache Tamil, begannen mit der Bibelübersetzung auf so genannten Palmblattmanuskripten und erkundeten ihre Umwelt. Davon berichteten sie regelmäßig nach Halle. Die "Frucht der Mission" liege in einer noch heute dort existierenden lutherischen Kirche. Die Mission habe umfangreiche schriftliche Überlieferungen hinterlassen. Die Palmblattschriftensammlung des Archivs der Franckeschen Stiftungen stellt laut Dr. Müller-Bahlke mit 260 Manuskripten die größte europäische Sammlung ihrer Art dar. Mit einem Gesamtbestand von 33.000 Manuskripten sei ein umfassendes Bild nicht nur der Missionstätigkeit in Südindien gewonnen worden. Gemeinsam mit dem Archiv der Evangelisch Lutherischen Missionswerkes Leipzig werde im Vorfeld des Jubiläums der Bestand neu erschlossen, katalogisiert und auf Mikrofilm gebracht. Dieser werde dann an Indien gegeben. Der Vorsitzende des Kuratoriums 1200 Jahre Halle, Dr. Klaus Rauen, sagte, mit dem Programm würden ein "Schatz der Franckeschen Stiftungen" und deren internationale Kontakte wieder in der Bewusstsein der Hallenser und der Öffentlichkeit gebracht. Das Jubiläum der Missionsarbeit werde das Stadtjubiläum 2006 bereichern. Quelle: halle.de

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