Schausieden für Kinder

Das Salz erleben und selber mal sieden | Michas Welt - Reportagen
von Michael Waldow

 

Salz gehört aufs Ei, mit Salz kann man dies und das machen, ohne Salz wäre das Essen nur fad. Salz gehört zur Stadt Halle, um genau zu sein zur Salzstadt Halle. Wie aber Salz hergestellt wird, wissen die wenigsten. Wozu auch?  Salz ist das notwendigste Gewürz, das wir kennen, aber es gehört auch zum billigsten Gewürz, da macht man sich keine Gedanken. 

Früher machte man sich schon Gedanken, denn nicht umsonst wurde Salz das weiße Gold genannt. Es machte Halle reich und schuf die Grundlage zu dem, was heute Halle ist. Eine dritte Klasse aus einer Schule in Halle machte sich ebenso Gedanken und war auf den Weg zum Stadtmuseum. Dies hatte zum Nikolaustag etwas ganz Besonderes anzubieten. In Zusammenarbeit mit der „Alten Salzstraße Halle-Prag e.V.“ wurde an der transportablen schmiedeeisernen Salzsiedepfanne den Kindern gezeigt, wie damals Salz gesotten wurde. In weißer Salzwirkerkleidung war der Vizepräsident des Vereins Detlef Hey am heutigen Tag mal ein (fast) richtiger Salzwirker und erklärte den Kindern geduldig den Salzsiedeprozeß und überhaupt auch die Geschichte des Salzsiedens. Unterstützt wurde er von seinem Sohn Hannes Schwabe und auch der Präsident des Vereins Hartmut Machts schaute vorbei. Er griff dann schon mal ein, wenn ein Kind zu nahe der Pfanne kam. Denn bei ca. 80 Grad Celsius kam der Siedeprozeß so richtig in Fahrt. Die Kinder sahen zu, wie sich auf der Oberfläche des heißen Wassers Salzkristalle bildeten, die dann abgeschöpft wurden. Dazu gehörte schon etwas Geduld und die Ausbeute war am Anfang wenig. Die kleinen Finger überzeugten sich davon, dass auf der Schaufel Salz war und manch einer tauchte wohl zu viel seinen Finger hinein und sein Gesicht verzog sich. Das war eindeutig Salz. Für den bereitgestellten Salzkorb blieb noch viel zu tun. Aber immerhin konnte man sich stärken am Knüppelbrot, das den Kindern vom Museum angeboten wurde. So bot das Schausieden den Kindern einen kleinen Einblick in die Salzssiedetechnik.

Die Salzwirker im 15. Jahrhundert hätten gelächelt, war das Salzsieden doch eine mühevolle Arbeit in den Salzkoten, die keine Esse (Schornstein, Abzug) hatten. Der Qualm war allgegenwärtig und räucherte alles ein, einschließlich der Schlackwürste, denen das guttat. Die Salzwirker standen in der Hitze mit freiem Oberkörper da, die Zustörerin unterhielt das Feuer (das konnte seine Frau sein) der Salzknecht schaffte Holz heran (häufig sein Kind). Ständig musste der Prozess regulierte werden, es kam Rinderblut und Bier dazu, um das Salz zu reinigen und ihm Körnigkeit zu verleihen. Eine Schicht konnte ca.  10 bis 12 Stunden dauern. Es war eine ungleich harte Arbeit, die heute kaum noch simuliert werden kann.

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