Das 7. Brückenfest - ein Resümee

Ein persönlicher Bericht... | Michas Welt - Reportagen
von Michael Waldow

Der schöne Sonntag lud ein zum Bummeln. Ob nun ein kleiner Stadtrundgang oder in die freie Natur oder zum 7. Genzmer Brückenfest. Die alte Brücke, 1904 erbaut und mit dem Namen eines Stadtbaurates versehen, hatte 5 Brückenfeste bis 1975 erlebt und das sechste erst wieder 2018. Ausgerichtet vom WUK Theater sollte das 7. Brückenfest im Stadtteil Glaucha den Leuten der Stadt eine weitere Abwechslung bieten.

Es war ein relativ kleines Brückenfest und manch einer meinte es sei ja nicht viel los gewesen, aber auch diese kleineren Feste haben durchaus ihren Reiz und man sieht ihnen die viele Arbeit der Beteiligten nicht so sehr an. Schließlich ist der Eintritt frei und viele der auftretenden Gruppen machen das aus Spaß an der Freude und treten noch als Sponsoren selbst auf.

Wie auch immer. Wer also nicht die Stars und Sternchen der pseudo-schein-gloria Welt aus Instagram und Co. sehen muss und entspannt an die Sache heranging, konnte sich hier und da gut unterhalten. Hier und da waren Würfelpech mit Brettspielen, Doppeltreffer mit Ritterkampfspielen, Sing- und Musikgruppen, der Hallische Hanseverein mit einer Theatervorstellung seiner Theatergruppe zum Thema Fisch und Salz und dem Zirkus Klatschmohn, dem DLRG mit Puppenspiel, dem Astroverein und dem Leiter des zukünftigen Planetariums und all den anderen. Zwei Pferde von Christian Schurig, Alex und Nando, waren dann auch für die Kinder und manch Erwachsenen mit einem Reitspaziergang an der Saale zugegen, nachdem die Kinder sich auf der Hüpfburg ausgetobt hatten. Schlimm nur war die Unvernunft einiger Radfahrer, die unbedingt gleich und sofort weiterradeln wollten und hinter den Pferden wie wild klingelten. Auf den Pferden saßen Kinder und wer weiß, dass Pferde Fluchttiere sind, weiß auch um die Gefährlichkeit solcher Klingelaktionen.

Die Auswahl für das leibliche Wohl beschränkte sich auf Erbsensuppe und Crêpes, an der sich lange Schlangen bildeten, und deren Bedienung ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Das war nach Meinung der Gäste ein wenig dürftig. Es war zwar noch Kuchen vorhanden, den hatten immerhin einige Akteure noch selbst gebacken und gesponsert, aber der wurde halt schnell verzehrt. 

Aufgrund der Kürze des Festes von 14:00 bis 18:00 Uhr liefen einige Programmpunkte gleichzeitig ab und man musste sich entscheiden, ob man lieber eine Führung durch das Wuk Theater machte oder zum Beispiel dem Hansetheater folgte.  Letztere hatten noch keinen neuen Tonmeister für ihre Technik und so musste man wie die Spielleute im Mittelalter so laut wie möglich spielen. Da denkt man schon nach, wie die Spielleute das früher auf den Märkten mit ihren Theatern gemacht haben, so ohne Technik.

Auf der Brücke selbst war eine Bühne aufgebaut und im Liegestuhl konnten sich die Gäste die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, dem Geplätscher der Saale zuhören oder dem Bühnenprogramm folgen, wo Musik und Gesang geboten wurde. Ab und an hörte man das wilde Geschrei von Erasmus, der den Leuten nach Mittelaltermanier die Programmpunkte mitteilte. Gut für die, die nicht unmittelbar neben ihm standen.

So gab es an jeder Ecke etwas zu sehen, und der geneigte Gast hatte einen kleinen Einblick in das Schaffen von Vereinen, großen und kleinen Künstlern. Selbst Bürgermeister ließen sich sehen, so der vergangene von 1476  genannt Paul Fleischhauer, sowie der noch amtierende Bürgermeister aus der Jetztzeit und einem Fahrrad radelnden sich bewerbenden Bürgermeister. Damit hat  Ewald Genzmer, unser Stadtbaurat und Namensgeber der Brücke, seine Spuren hinterlassen und das Fest gedenkt ihm und diesem Bauwerk, das Glauchau und Pulverweiden verbindet.

Eine schöne Tradition, ein schönes Fest mit all seinen Ecken und Kanten wie bei jedem Fest.
Den Organisatoren des WUK Theaters sei Dank, dass es überhaupt stattfand.

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