Leles Lied

oder wie man ein Märchenlied in einem Tonstudio aufnimmt | Michas Welt - MSW Welten
von Michael Waldow

Einmal in einem Tonstudio ein Lied aufzunehmen, das ist wohl der Traum eines jeden Musikers. Schön, wenn man jemanden kennt, der ein Tonstudio hat, dass erleichtert die Sache erheblich.

Das dachten sich auch die beiden Freunde der MSW-Welten, die gerade an einem Märchenbuch arbeiten und dazu ein Kinderlied brauchen. Also sprachen sie die Gemeinschaftsschule Heinrich Heine an, die ein Tonstudio ihr Eigen nennt und dazu noch einen engagierten Lehrer hat, der die Technik beherrscht. Schnell fand man bei dem Treffen im Tonstudio den richtigen Ton zueinander und das nicht nur im musikalischen Sinne. Immerhin stammte die Melodie des sogenannten „Lele Liedes“ von der Engelstrompete, einer Musikerin die eigentlich mittelalterliche Weisen spielt und im Schlepptau ihren Sohn mitbrachte, der nicht nur eine Gitarrenzister spielte, sondern es sich nicht nehmen ließ, mitzusingen.

So ein fünfstrophiges Kinderlied, dass einer der Autoren des Buches schrieb, will auch erstmal geübt werden und man stimmte sich frohgelaunt ein. Die Märchenfigur Lele ist eine Prinzessin, aus dem kunterbunten Regenbogenland, die bald Geburtstag hat. Ihr Vater, der kugelrunde König August, lässt seiner geliebten Tochter einiges durchgehen, was unangenehme Folgen hat, nämlich einen lila Nebel, der das Land in Depressionen stürzt. So ist denn der Titel des Buches auch bezeichnend - „Die lila Prinzessin“. Das Buch ist für Kinder und junggebliebene Erwachsene, die Märchen mögen. Die Hauptfiguren des Buches wurden fotografiert und dann gezeichnet, selbst drei Tiere die in der Geschichte  mitspielen, gibt es im richtigen Leben. Zudem ist die Hauptdarstellerin der Lele auch gleichzeitig die Sängerin des Liedes.
Angespornt wird sie von ihrer Mutter Sandy, die Mitautorin und Mitzeichnerin des Buches ist. Eine weitere Zeichnerin ist im Übrigen die Oma der Sophie, die leider nicht dabei sein konnte.

Herr Hinze, besagter Tonstudioexperte und Musiklehrer der Schule legte sich ins Zeug, korrigierte, motivierte und spendete Applaus. Der Gesang der Sophie nahm ihn so in den Bann, dass er sie vom Fleck weg für seine Musiktruppe engagierte. Das klingt vielleicht nach einer großen Karriere, die aber erst mal klein angefangen werden muss. Mutter Sandy war hellauf begeistert von den Lobeshymnen, versuchte sie doch schon eine ganze Weile für ihre talentierte Tochter etwas Musikalisches zu finden.

Immerhin stand Sophie auch schon auf der Bühne einer Theatergruppe und ist eigentlich nun bereit für eine Weiterentwicklung. Doch gut Ding will Weile haben. Herr Hinze und sein Tonassistent Nilo Barth, Schüler einer 9. Klasse, nahmen ihren Job ernst und wiederholten die Aufnahmen immer wieder von Neuem, wenn Gesang oder Flötenspiel nicht stimmte oder die Gitarre nicht harmonierte.

Sandy und ihr Partner mussten ganz schön Sitzefleisch haben, bevor alles auf Festplatte war und ein Backup der Musikdateien den Abschluß bildete. So waren eigentlich alle zufrieden, die Engelstrompete und Florus Faunus auf Flöte und Gitarre, Sandy, die stolze Mutter, Herr Hinze ein Gesangstalent geworben zu haben und Nilo, der als Studioeleve eine gute Figur gab. Auch der zweite Autor des Buches und des Liedes, der freilich alles genau dokumentierte, konnte sich ein zufriedenes Lächeln „abringen“.
So war es ein gelungener Nachmittag für alle Beteiligten und Sophie hat endlich etwas gefunden, was ihr nicht nur Spaß macht, sondern sie auch fördert. Immerhin findet auch das Märchen über die besungene Lele in dem Buch einen positiven Abschluss, aber das ist ja Gott sei Dank in jedem Märchen so.

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