Das 11. Hansefest - ein Epilog

Ein kleines Resümee mit Bildern | Michas Welt - Hanse
von Michael Waldow


Das 11. Hansefest kam und war auch schon vorüber. Ein Jahr Vorbereitung vom Hallischen Hanseverein, suche nach Sponsoren und Proben der Theatergruppe haben sich aber gelohnt. Ein fast schon familiäres Fest unter dem Motto „Fisch und Salz – Gott erhalt’s“ wäre fast lautlos über die Bühne gegangen, wenn nicht der Schreihals Erasmus von Halberstadt, jener korpulente Salzhändler, die Leute animiert hätte. Einige behaupteten, nach dem Fest hätte besagter Kaufmann totalen Stimmenverlust erlitten.

Jung und Alt konnte nicht nur die Promenade entlang bummeln, sich bei Fisch, Fassbrause und Bier reichlich beköstigen, sondern auch einiges miterleben. Diverse Schausteller mit Trampolinspringen und Karussell, Hüpfburg und Miniponykutsche boten den Kindern Spaß und auch ein herzhaftes Juchen. Der Hanseverein zeigte indes in einer Theatervorführung mit der Gruppe Quinta-X-Essentia die Bedeutung des Salzes zur Haltbarmachung von Fleisch respektive Fisch, dem Hauptnahrungsmittel zur Fastenzeit, die damals immerhin 150 Tage im Jahr umfasste. Danach zeigten die Bornstedter Ritter wie man sich im Mittelalter mehr oder weniger fair balgte.

Die Stimme des Hansekaufmannes Erasmus versagte bei den Vorführungen schon mal nicht, die Technik hingegen hatte so ihre Probleme und die Mikrofone stellten im unpassendsten Moment den Dienst ein. Da sieht man mal wieder, dass das Mittelalter doch manchmal der Technik von heute überlegen ist. Im Hansezelt gab es Infos rund um die Hansezeit.  In der Hansescharre (Verkaufsstand) lagen interessante Publikationen rund um die Hansegeschichte der Stadt Halle aus. Wer nicht lesen wollte, konnte sehen, nämlich Filme des Hansevereins über die Geschichte der Stadt Halle. Das waren nicht nur seriöse Dokumentationen, sondern auch Kochrezepte aus dem alten Halle oder Schmunzeleien aus der Zeit der Hanse.
Immerhin hat der Hanseverein mehr als 20 Filme und mehr als fünf Publikationen über die Geschichte der Hanse produziert, alle mit eigenen Mitteln und Darstellern und noch mehr Spaß an der Freud. Die Publikationen sind auf der Hanseseite und im MSW-Welten-Shop erhältlich und die Filme auf YouTube anschaubar.

Neben dem rotweißen Hansezelt konnten die Kinder Mittelalterspiele spielen, fast dieselben, die auch die Schulklassen im Refugium des Hansevereins spielen, wovon schon berichtet. Die Hanseschar und Mitglieder der Gruppe Quinta-X-Essentia sorgten für Spaß und gute Laune und manch Elternteil entdeckte die Kindheit wieder. Wer dann noch nicht genug hatte, bestaunte Shire Horses (die größte Pferderasse der Welt, über die Erasmus in einem TV-Halle Film über das Hansefest einiges zu sagen hatte. Pferde waren im Mittelalter Transportmittel Nummer eins und spielten im traditionellen Salzhandel der Halloren zu Beginn des Hansefestes eine eindrucksvolle Rolle.  Ein Shire und ein Haflinger trugen Salzsäcke zum Salzhandel unter der Aufsicht der Hansemagd Ketlin.

Mit Ketlin sind wir auch wieder beim Theaterstück der Theatergruppe mit dem schönen Titel "Fisch und Salz - Gott erhalt's". Auf originelle Weise gab das Stück  Wissen um die Haltbarmachung des Fisches weiter. Mit einem Augenzwinckern wurde von einem Streit eines Salz- und Fischhändlers erzählt, der sich durch die „Entdeckung“ der Haltbarmachung von Fischen durch das Salz in Luft auflöste und eine neue Geschäftsidee hervorbrachte – den Stockfisch. Da ging es nicht so sehr um historische Korrektheit, sondern um die unterhaltsame Vermittlung von alten Traditionen und Gebräuchen.

So bot das Hansefest Sonne, Geschichte, Spaß und natürlich auch vieles für das leibliche Wohl.

Im Übrigen kann jeder Mitglied beim Hallischen Hanseverein e.V. werden, der Interesse hat die Geschichte unserer schönen Salz- und Hansestadt Halle an der Saale zu beleben. Es reicht eine E-Mail an hallischehanse@gmail.com.

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