Die Scharren (Verkaufsbuden im Mittelalter)

Geschichten aus der Salzstadt | Michas Welt - Geschichten aus Halle
von Michael Waldow

Die Scharren oder Krambuden waren zu ebener Erde. Es waren entweder einfache Bänke mit kleinen Tischchen, wo die Händler ihre Waren feilboten, oder sie hatten auch kleine Verdecke.

Die Scharren waren dicht an dicht über den gesamten Marktplatz verteilt. Es herrschte ein Gedränge, sodass an so manchen Stellen kaum ein Karren durchpasste. Nicht nur Scharren standen dort, auch Kaufhäuser seit dem 12. Jahrhundert und Garküchen. Die meisten Scharren gehörten nicht den Verkäufern, sondern der Kirche, dem Erzbischof, dem Burggrafen, und man musste einen Zins zahlen.

Scharren (fiktiv)

Bild M. Waldow mit DAZ 3D

So besaß das Kloster Kaltenberg eine Budenstelle im Kräm. Der Herr von Wettin, Claus Holzwirth, und Busse, Edler Herr von Schraplau, hatten einen Zoll auf die Brotbänke. Der Rat der Stadt kaufte nach und nach die Scharren und Krambuden auf und ließ sie 1510 - 1511 versetzen, zum Beispiel in die Neunhäuser Straße (die wurde nach den Neun Häusern genannt als der Durchbruch von der Brüderstraße zur Großen Steinstraße erfolgte) oder in die Brüderstraße (Pruvestr.). So entstand nach und nach der heutige, weiträumige Marktplatz.

 

Auszug aus dem virtuellen Buch "Das große Lexikon von Halle (Saale)" des MSW - Welten Verlages
(noch in Bearbeitung)

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