Versicherungsschutz bei Unwetterschäden

VERBRAUCHERZENTRALE | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Nach den Unwetterschäden im südlichen Sachsen-Anhalt informiert die Verbraucherzentrale zum Versicherungsschutz.

Welche Versicherungen übernehmen welche Schäden und wann besteht ein entsprechender Versicherungsschutz?

Ein schweres Unwetter mit Schauern, Überschwemmungen und Schlammlawinen hatte am Freitagabend im südlichen Sachsen-Anhalt viele Schäden angerichtet. Insbesondere in den Kreisen Mansfeld-Südharz, Burgenlandkreis und im Saalekreis sind Schäden an Häusern, Einrichtungen oder Fahrzeugen zu verzeichnen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V. informiert darüber, welche Versicherungen welche Schäden übernehmen und wann ein entsprechender Versicherungsschutz besteht.

Schäden durch Überschwemmungen oder Starkregen sind nur im Rahmen einer bestehenden Elementarschadenversicherung abgedeckt. Denn die bloße Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen haften nicht für derartige Schäden.

Hausratversicherungen aus DDR-Zeiten, die von der Allianz-Versicherung übernommen und unverändert fortgeführt wurden, gewähren diesen Schutz gegen Elementarschäden nach wie vor. Zu beachten ist, dass bei dieser Versicherung in der Regel ein Selbstbehalt vereinbart wurde, den der Betroffene im Schadenfall selbst zu tragen hat.

Für Sturmschäden ab Windstärke 8 sind die Wohngebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherung zuständig. Ist durch den Sturm ein Gebäude beschädigt wurden, ist dies ein Fall für die Wohngebäudeversicherung. Wurde Hausrat zum Spielball des Sturms, sind diese Schäden durch die Hausratversicherung nur abgedeckt, wenn dieser während der Böen in einem Gebäude untergebracht war und beschädigt wurde.

Die Teilkaskoversicherung des Autohalters ist für Fahrzeugschäden durch Dachziegel zuständig. Ist ein nachweislich morscher Baum umgestürzt und hat ein Haus oder Auto beschädigt, muss der Baumbesitzer oder dessen Haftpflichtversicherung für die dadurch entstandenen Schäden aufkommen.

Im Fall eines Schadens ist es wichtig, diesen umgehend und wahrheitsgetreu der Versicherungsgesellschaft zu melden und die weitere Verfahrensweise abzustimmen. Der Versicherte ist außerdem verpflichtet, alles zu unterlassen, was die Schadenfeststellung durch den Versicherer erschweren könnte. Zerstörte Gegenstände sollten deshalb erst nach Rücksprache mit dem Versicherer entsorgt werden. Gefahrenquellen dürfen beseitigt und so abgesichert werden, dass kein weiterer Schaden entsteht. Außerdem sollte der Schaden durch Fotos dokumentiert und eine Liste der beschädigten Gegenstände erstellt werden.

Weitere Informationen erhalten Rat Suchende in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.

Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.

Geschäftsstelle

Steinbockgasse 01

06108  Halle (Saale)

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