Thomas Mölg wird der Early Career Award auf der Jahresversammlung der Leopoldina am Samstag, 22. September, durch Professor Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina, und Professor Jürgen Mittelstraß, Mitglied des Kuratoriums der Commerzbank-Stiftung und Leopoldina-Mitglied, überreicht.

Der gebürtige Österreicher Thomas Mölg, Jahrgang 1977, arbeitet an der Schnittstelle zwischen Glaziologie, Meteorologie und Klimatologie und erforscht interdisziplinär Zusammenhänge und Wechselwirkungen innerhalb des globalen Klimasystems – vielfach mit Hochleistungsrechnern. Er konnte unter anderem zeigen, wie sich tropische Klimavariabilität, die von den Wechselwirkungen Atmosphäre- Ozean angetrieben wird, im Hochgebirge äußert. So konnte Mölg erstmals mit verschiedenen Modellen  berechnen, welchen Einfluss die Luftströmung über dem Indischen Ozean über tausende Kilometer hinweg auf die Gletscher am Kilimandscharo in Afrika hat. Dazu brachte er mit seinem Team in schwieriger Feldarbeit auch automatische Wetterstationen auf dem 5.895 Meter hohen Kilimandscharo an – einem Berg, an dem zuvor noch nie meteorologische Daten erhoben worden waren. Thomas Mölg hat seine Forschungsergebnisse in zahlreichen angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert – unter anderem in Nature, PNAS – und in fachspezifischen Journalen wie dem Journal of Climate und dem Journal of Geophysical Research.

Thomas Mölg studierte an der Universität Innsbruck Geographie, Meteorologie und Geophysik. Dort wurde er 2003 mit einer Arbeit zur Modellierung der Wechselwirkung Gletscher – Atmosphäre promoviert. 2007 forschte er als Fulbright-Stipendiat am Zentrum für Atmosphärenwissenschaften der University of California in Berkeley, USA. 2009 habilitierte er sich in Innsbruck mit einer Arbeit über den Klimawandel in den Tropen. Mölg forscht zurzeit als Alexander von Humboldt -Stipendiat an der Technischen Universität Berlin. Dort untersucht er den Einfluss des asiatischen Monsuns auf das tibetanische Hochplateau.

Der mit 30.000 Euro dotierte und von der Commerzbank-Stiftung geförderte Leopoldina Early Career Award wird seit 2010 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Ausgezeichnet werden damit Nachwuchswissenschaftler für herausragende Leistungen auf einem in der Leopoldina vertretenen Fachgebiet. Zuvor hatte sich die Commerzbank-Stiftung bereits beim Forschungspreis der Leopoldina engagiert, der an herausragende Wissenschaftler im Rahmen der Jahresversammlung der Akademie vergeben wurde.

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