02. August Ao. 1535

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Cardinal Alberti Privilegium, D. Wiehen zu Anlegung einer Apothecke ertheilet, und daß nicht mehr als zwey Apothecken zu Halle seyn sollen.

 

Hier haben wir nun das schon im Chronik-Eintrag vom 28. Juli Ao. 1555 erwähnte Privileg des Kardinals Albrecht für Herrn Dr. Johann Nicolaus Wyhe, eine zweite Apotheke in Halle anzurichten.

Dr. Johann Nicolaus Wyhe war der Leibarzt des Kardinals und hatte sich über viele Jahre um die Gesundheit Kardinal Albrechts und seines Hofstaates verdient gemacht.

02. August Ao. 1535

Seine Familie stammte ursprünglich aus Thüringen und hieß eigentlich Niclas genannt Rybegersten. Vermutlich zu Wohlstand gelangt, kaufte sich das Geschlecht den Rang von Edelleuten und gab sich den Beinamen von Wyhe. Dr. Johann Nicolaus Wyhe ist der erste dieses Namens, der in Halle ansässig wurde.

Als er bei Kardinal Albrecht um die Genehmigung zur Einrichtung einer Apotheke ersuchte, war er immer noch der Leibmedicus des Fürsten. Später jedoch wurde er auch Pfänner und Ratsmeister im Magistrat zu Halle. Dr. Johann Nicolaus Wyhe war mit Clara, einer Tochter des Ratsmeisters Augustin Holtzwirth, verheiratet und hatte 6 Kinder.

Kardinal Albrecht gewährte seinem Leibarzt das erwünschte Privileg und verfügte gleichzeitig, dass in der Stadt Halle künftig nicht mehr als zwei Apotheken vorhanden sein sollen.

Wir erinnern uns, dass seit 1493 schon eine Apotheke existierte, die Ratsapotheke, die von Herrn Simon Puster gegründet worden war und bis ins Jahr 1665 bestand.

Weshalb die Anzahl der Apotheken in der Stadt begrenzt werden sollte, kann nur gemutmaßt werden. Vermutlich wollte Kardinal Albrecht seinen Leibarzt keiner großen Konkurrenz aussetzen und damit ein erfolgreiches Geschäft garantieren. Dazu passt, dass in der Urkunde außerdem ein Verbot für alle Krämer, Bader, Barbiere und sonstige Händler erlassen wird, Zubereitungen zu verkaufen, die auch in Apotheken gebräuchlich sind. Einzig schlichte einheimische Feldkräuter dürfen noch außerhalb von Apotheken gehandelt werden.

Im Gegenzug wird Dr. Wyhes Privileg auch auf die Anwendung und den Verkauf von Gewürzen erweitert.

Dr. Johann Nicolaus Wyhe eröffnete dann im Eckladen des Hauses "Zum Goldenen Ring" am Marktplatz 22 seine Apotheke "Zum Blauen Hirsch".

Fast ein ganzes Jahrhundert später, im Jahre 1630, erwirbt der Apotheker Dr. Urban Teißner den "Blauen Hirsch". Am 03. August Ao. 1636 kauft er das Haus Marktplatz 17 dazu und richtet seine Hirsch-Apotheke dort ein. Noch heute finden wir an diesem traditionsreichen Platz die Marktapotheke.

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